Das Dominikanerkloster in Trier   

ehem. Dominikanerkloster Trier

Das Kloster lag in dem Areal zwischen der heutigen Dominikaner-, Wind-, Prediger-, Sichel- und Deworastraße, auf welchem sich heute das Max-Planck-Gymnasium befindet. 

Nachdem das Kloster unter Napoleon aufgelöst worden war, wurde das Gebäude bis 1900 vollständig abgebrochen. Teile der Ausstattung sind in anderen Kirchen erhalten. 

Heute erinnert an seinem ursprünglichen Ort nur noch der Straßenname der »Dominikanerstraße«, hinter dem Dom zwischen ehemaligen Kloster und bischöflichem Generalvikariat gelegen, an die Trierer Ordensgemeinschaft.

Heute erinnert an seinem ursprünglichen Ort nur noch der Straßenname der »Dominikanerstraße«, hinter dem Dom zwischen ehemaligen Kloster und bischöflichem Generalvikariat gelegen, an die Trierer Ordensgemeinschaft. 

        

Das Kloster bis zur Auflösung 1802

Dominikus

Die Dominikaner sollen die ersten Bettelmönche (Mendikanten) gewesen sein, welche nach Trier zogen. Das genaue Jahr, in dem sie sich in der Stadt niedergelassen haben, ist allerdings nicht mehr genau zu bestimmen.

In einer Urkunde wurde das Dominikanerkloster erstmals 1235 erwähnt. Mehrere Autoren vermuten jedoch, dass die Mönche bereits 1222 oder 1223 nach Trier kamen.

Auch die »Gesta Treverorum« datieren ihre Ankunft auf die erste Hälfte der 20er Jahre des 13. Jahrhunderts. Allerdings geben sie an, die Mönche hätten sich nach dem Tode des Domherren und Kanonikers Ernestus (Hernestus) († frühestens 1228) an der Stelle seiner Domkurie niedergelassen, die er ihnen vermutlich testamentarisch vermacht hatte.

Das Todesdatum des Domherren ließe dann darauf schließen, dass die Dominikaner zumindest ihre endgültige Bleibe frühestens 1228 bezogen hätten.

Als erster Prior des Klosters ist ein Ordensmitglied namens Konrad von Straßburg überliefert. Schon bald wurde ein Kloster errichtet, dessen vier Flügel einen rechteckigen Innenhof umschlossen; auch ein – möglicherweise erst später gewölbter – Kreuzgang gehörte zu der Anlage und war möglicherweise von Teilen der Klostergebäude überbaut.

Wohl spätestens 1240 war der Chor einer 60 Meter langen Klosterkirche vollständig fertiggestellt. Das Gotteshaus stand im Süden des Kreuzganges an der Kreuzung der heutigen Dominikaner- und Windstraße und hatte einen polygonalen, gewölbten Kirchenchor. Im gleichen Jahr wurden im Trierer Kaiserpalast die sterblichen Reste des heiligen Theodulphus gefunden und als Reliquie dem Dominikanerkloster übergeben.

Das Kloster wuchs schnell an und wurde bis 1236 sogar zum viertgrößten Dominikanerkloster (nach dem flämischen Gent, Magdeburg und Straßburg).

Am 26. September 1238 sprach Papst Gregor IX. dem Trierer Konvent die ›cura monialium‹ (Seelsorge für Nonnen) über das Frauenkloster auf dem Martinsberg, dem heutigen Petrisberg, zu.

Später stellten Trierer Brüder mehrfach Urkunden für das Dominikanerinnenkloster Marienthal in Luxemburg aus, welches damals zum Trierer Amtsbezirk (Sprengel) zählte.

Dreimal – 1240, 1266 und 1289 – fanden im 13. Jahrhundert die jährlich abgehaltenen Generalkapitel des Ordens, die sonst nur in den bedeutenden Klöstern Straßburg und Köln abgehalten wurden, in Trier statt. 

Stuhl vermutlich ur-sprünglich aus dem 1794 aufgelösten Trierer Dominikanerkloster, heute Stadtmuseum Simeonstift, Trier

Zum Generalkapitel von 1289 ist in den Annalen von Colmar (Elsass) überliefert: »Siebenhundert Brüder sollen mit dreihundert Knechten damals nach Trier gekommen sein, und der König von England gab diesen drei Tage lang reichlichen Unterhalt. Auch spendete er ihrer Dienerschaft [vermutlich: den Laienbrüdern] mehr als 400 Mark.«

Fünfmal – bereits 1236 sowie 1248, 1249, 1266 und 1289 – richtete der Trierer Konvent in dieser Zeit die Provinzialkapitel aus, die höchste Anzahl unter den Klöstern der »Ordensprovinz Teutonia«.

Im Vergleich zu anderen Dominikanerklöstern kam es zumindest in seinen frühen Jahren zwischen dem Trierer Konvent fast zu keinen Streitigkeiten mit anderen Orden oder dem Klerus ihrer Stadt. Letzteres mag unter anderem daran liegen, dass die Trierer Dominikaner nur wenig Vermögen besaßen.

Um die Mitte des 15. Jahrhunderts wurde das dreischiffige Langhaus der Klosterkirche mit einem Gewölbe versehen. Die Gebeine des Theodolphus, welche vorher im Kirchenchor beigesetzt waren, wurden in einer eigenen Theodulphus-Kapelle der Klosterkirche untergebracht.

Bei der Trierer Universitätsgründung stellte das Dominikanerkloster, ebenso wie das Franziskanerkloster, einen der Professoren. Nur das Karmeliterkloster stellte zwei Professoren. Später wohnten auch Dozenten und Studenten im Dominikanerkloster.

1561 wurde in der Klosterkirche der Dominikaner, Humanist und Theologe Ambrosius Pelargus (* 1493/94; † 1561) beigesetzt. Er hatte seit etwa 1539 in Trier gelebt und gelehrt.

1610 gingen bei einem Brand die Bibliothek und der Großteil des Klosters in Flammen auf. Erst 1715 wurde das Kloster neu aufgebaut, wobei das Baumaterial der älteren Gebäude wiederverwendet wurde.

Der Chor der Klosterkirche wurde 1753 neu errichtet. 1762 wurde eine Rokokokanzel geschaffen, die sich heute in der Trierer Kirche St. Antonius befindet. 

                      

Auflösung und heutiger Zustand

Die französische Besatzung hob das Dominikanerkloster 1794 auf und wies die Dominikaner 1802 aus Trier aus.

Kirche St. Antonius, Trier; ehem. Kanzel aus dem Dominikanerkloster Trier

1801 wurde das Kloster zu einem Männergefängnis umgebaut. 1812 rissen die Franzosen die Klosterkirche und den Südflügel des Klosters ab. Teile der Ausstattung wurden vorher in andere Kirchen gebracht:

Das Ostgestühl, welches später ungeklärt verloren ging, und der Theodulphaltar wurden in die Liebfrauenkirche gebracht.

Die Rokokokanzel wurde in St. Antonius aufgestellt. Andere Einrichtung soll bis nach Illingen im Saarland gebracht worden sein. Architekturbruchstücke sollen noch in der Ostapsis der Porta Nigra erhalten sein.     

Um 1900 wurden die verbliebenen Gebäude niedergelegt. Nur einige Fundamente blieben erhalten. Auf Teilen des Geländes wurden Gebäude für das Trierer Max-Planck-Gymnasium errichtet.


Quelle: wikipedia.org