Römische Villa mit Mosaikfußboden und Tumulus

Mit dem Mosaik von Nennig gehört Nennig zu den wichtigsten römischen Ausgrabungsstätten im Saarland. 

Das wohl bedeutendste Baudenkmal aus römischer Zeit im Saarland wurde 1852 zufällig bei Ackerarbeiten von dem Landwirt Peter Reuter entdeckt. Wesentliche Teile des Anwesens wurden seit 1864 ausgegraben.  

Im Herbst 1866 entdeckten die mit den Ausgrabungen beschäftigten Arbeiter einen Rundbau, auf dessen antiken Verputz vier Inschriften in schwarzen Buchstaben zu lesen waren. Danach sollte Kaiser Trajan die Villa erbaut haben. Diese Inschrift jedoch erwies sich als eine Fälschung, was in einer Gerichtsverhandlung im November 1866 festgestellt wurde. (siehe: »Der Inschriften-Fälscher von Nennig«)

Während der Kriege wurden die bereits freigelegten Teil unter einer bis zu 2 m hohen Sandschicht »versteckt«. So geschützt »überlebten« die Bodenfunde sowohl den Krieg 1870/71, als auch die beiden Weltkriege. 

Neue systematische Grabungen fanden von 1987 bis 1999 statt. Hatte man lange geglaubt, die Villa von Nennig sei ein reiner Luxus- und Repräsentationsbau, so belegen die neuen Ausgrabungen die Zugehörigkeit der Nenniger Anlage zum Typ der Axialhofvilla

Das Gebäudeensemble gliedert sich in einen repräsentativen Wohnbereich (Pars urbana) und einen Ökonomie-bereich (Pars rustica). 

Letzterer besteht aus einem langgestreckten Hof, durch welchen breite, gepflasterte »Straßen« von der knapp 2 km entfernten Mosel auf das Herrenhaus zuführten. An beiden Längsseiten des Hofes standen Nutz- und Wohnbauten. Drei sind durch Grabung nachgewiesen, weitere dürften noch unerkannt im Boden stecken. Ein Teil des Hofareals ist seit 1999 modern überbaut. 

Zur Pars urbana der Villa gehören ein herrschaftliches Wohngebäude von 120 m Breite mit einer Portikusfassade zwischen Eckrisaliten. Zwei durch Portiken verbundene Seitentrakte, werden als Gästewohnungen interpretiert. Ein abseits gelegenes, fast 500 m² großes Badehaus vom Blocktypus und eine fast 260 m lange Gartenportikus zwischen Haupthaus und Bad komplettieren die Villa.

Moselwärts vor dem Badegebäude erhebt sich auf der Domäne ein vermutlich von den Kelten stammender Grabhügel (Tumulus oder Mahlknopf, mundartlich Mohknapp), welcher von dem Besitzer der römischen Villa weiter als Grabstätte genutzt wurde.

Deshalb wird er oftmals auch als »Römischer Tumulus« benannt. Dafür würde die Größe sprechen, denn meist waren keltische Grabhügel etwas kleiner, aber zu berücksichtigen ist, dass es sich hier um ein keltisches Fürstengrab handeln könnte. Zieht man dann das Keltengrab von Reinheim als Größenvergleich heran...

1819 wurde der Grabhügel geöffnet, wobei man eine gläserne Urne, Gefäße aus Ton und ein Schwert gefunden haben soll. Diese Funde würden wohl auf eine Nutzung, nicht jedoch die Errichtung des Grabhügels in der Römerzeit hindeuten.

Ausgrabungen in den Jahren 1986-87 erbrachten am Hügelfuss eine mannshohe Ringmauer von 44,5 m Durchmesser und den Nachweis, dass das Grabmal von einem 94 x 100 m messenden Mauergeviert umgeben war. 

Nach Abschluss der Grabungen wurde der Hügel wieder aufgeschüttet und ein Teil der Ringmauer rekonstruiert. Ein zweiter Hügel nördlich des Mahlknopfs ist heute völlig eingeebnet.

Berühmt ist die Villa von Nennig vor allem wegen des hervorragenden Mosaikteppichs aus dem 3. Jahrhundert n. Chr. im Empfangssaal des Herrenhauses. 

Von ursprünglich acht geometrisch in den »Mosaikteppich« eingebundenen farbigen Medaillons mit Darstellungen von Kampfszenen aus einem römischen Amphitheater sind sieben erhalten geblieben. Das insgesamt 15,65 x 10,30 m große Mosaik ist an der Fundstelle erhalten geblieben. Ein Schutzbau macht es heute Besuchern zugänglich.   

Rechts und links des Schutzbaus sind die Grundmauern von Teilen des Herrenhauses zu besichtigen, u.a. die Säulenstümpfe eines Peristyls nördlich des Mosaiksaals. 

Nach Ausweis datierender Kleinfunde (Münzen, Fibeln, Keramik etc.) war die Villa von Nennig eine Gründung des 1. Jahrhunderts n. Chr. Die jüngsten Funde stammen aus der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts. 

Im Volksmund existieren Berichte von einigen unterirdischen Gängen zum Tumulus (Mohknapp). 

Zudem wird dies von zahlreichen Augenzeugenaussagen von älteren Bürgern immer wieder bestätigt. So soll noch vor 30 Jahren im Bereich der römischen Villa ein Eingang zu einem solchen Gang frei zugänglich gewesen sein, in welchem man mehrere hundert Meter fast aufrecht gehen konnte. 

Auch soll beim Ausbau der Kanalisation in der Dorfstraße Richtung Besch in den 1950er Jahren ein solcher Gang angeschnitten worden sein. Ungeklärt ist, ob es zur römischen Geschichte einen Bezug gibt.

Einer lokalen Sage nach soll Bischof Wala nach seinem Tod in der Schlacht von Nennig 882 im »Mahlknopf«, unweit der römischen Villa von Nennig, welche bei dieser Schlacht ebenfalls endgültig zerstört wurde, bestattet worden sein.

Der Grabhügel stammt jedoch aus der Römischen Kaiserzeit und Wala wurde in der St. Salvator-Kirche von Metz bestattet.

                         

Lage/Anfahrt:

Ort:    Römerstr. 11, D-66706 Perl-Nennig

GPS:   49.52915° N / 6.38347° O